Gemeinnützige Organisationen suchen nach Unterstützern aus der Wirtschaft. Viele Wirtschaftsunternehmen suchen nach vertrauenswürdigen Gegenübern aus der Welt der Vereine. Die Frage ist: Wie findet man für sich den passenden Partner? Die Marktplatz-Methode hat hierauf eine Antwort: Unternehmen und Gemeinnützige treffen sich in einer anregenden Atmosphäre und vereinbaren die gegenseitige Unterstützung in einem konkreten Projekt.

Marktplatz in Gütersloh: Lohnende Geschäfte für Gemeinnützige und Unternehmen
Am vergangenen Freitag um 15:48 Uhr eröffnete Bürgermeisterin Maria Unger mit einem imposanten Schlag auf den Gong den 1. Gütersloher Marktplatz für „Gute Geschäfte“. Was dann geschah, ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie auch ohne Geld lukrativer Handel stattfinden kann. Mit viel Kreativität wurden Angebot und Nachfrage auf Kostümen, Pappschildern und Aufstellern präsentiert und „am Markt“ angeboten – von Hemmschwellen und Berührungsängsten keine Spur. Im Gegenteil, manch einer sondierte die potenziellen „Geschäftspartner“ noch während der Eröffnungsrede von Frau Unger…
Die sogenannten „Notare“, die die Vereinbarungen zwischen den Unternehmen und Gemeinnützigen prüfen und bestätigen, hatten alle Hände voll zu tun. Durchschnittlich alle 1,5 Minuten wurde eine Vereinbarung geschlossen. Das ist nach 90 bundesweit durchgeführten Märktplätzen ein bislang noch nicht dagewesener Erfolg! Dank der großartigen Vorbereitung der (bis auf zwei Ausnahmen ehrenamtlichen!) Organisationsgruppe und dem vielseitigen Engagement der Sponsoren, gab es deshalb allen Grund zum Feiern. Darüber hinaus bot das neue Theater einen bezaubernden Rahmen für die 90-minütige Veranstaltung, die schließlich 132 Vereinbarungen hervorgebracht hat.
Die Marktplatz-Methode hat nun auch in Gütersloh bewiesen, dass sie ein geeignetes Instrument zum Austausch zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen auf gleicher Augenhöhe ist und die traditionellen Rollen von „Bittstellern und Geldgebern“ aufzubrechen vermag. Dieses innovative Konzept ist nach Meinung des Programm-Teams ein wesentlicher Baustein für eine zukunftsfähige und aktive Bürgergesellschaft.
Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres wird der nächste Marktplatz der Region stattfinden: In den vergangenen Wochen hat sich eine Organisationsgruppe gegründet, die den 1. Bielefelder Marktplatz durchführen wird.
Volksbank-Stiftung fördert Marktplatz „Gute Geschäfte Gütersloh“
5.000 Euro für die Kooperation von Unternehmen mit Gemeinnützigen Einrichtungen
“Unser Stiftungszweck ist hier besonders gut verwirklicht“, berichtete Thomas Sterthoff, Vorsitzender der Volksbank-Stiftung im Beisein von Stiftungvorstand Heinz-Hermann Vollmer, als er den Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro an das Projektteam der Marktplatz-Methode in der Volksbank-Zentrale überreichte. Die Volksbank-Stiftung unterstützt damit den ersten Gütersloher „Marktplatz für Unternehmen und Gemeinnützige“. Unter der Leitlinie „Gegenseitiges Geben ohne Geld“ hat dieses bürgerschaftliche Projekt zur Anbahnung von Kooperationen zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen aufgerufen.
Der Marktplatz wird dabei größtenteils ehrenamtlich von Gütersloher Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen organisiert. „Wir haben die gewünschte Teilnehmerzahl sowohl auf Seiten der Unternehmen als auch auf Seiten der Gemeinnützigen bereits erreicht“, freut sich Projekt-Koordinator Dr. Gerd Placke von der Bertelsmann Stiftung. Die Unterstützung der Volksbank-Stiftung ist für uns ein außerordentliches Engagement, mit dem wir die Veranstaltung weiter ausbauen werden“, so Dr. Placke weiter.
„Wir freuen uns, dass wir gerade die ehrenamtliche Tätigkeit unterstützen können, bei der durch Koordination und Kooperation ein soziales Netzwerk entsteht“, begrüßten die Vorstände Thomas Sterthoff und Heinz-Hermann Vollmer von der Volksbank-Stiftung den Internetauftritt und einen echten „Marktplatz“ am 19. März 2010 als Veranstaltung im neuen Theaterfoyer in Gütersloh. Es werden Vereinbarungen getroffen, die eine Leistung und eine Gegenleistung schriftlich fixieren, bezahlt wird aber von keinem der Beteiligten mit Geld, sondern es werden mit Zeit, Kompetenz und Kreativität gute Geschäfte gemacht.
Vertreter folgender Organisationen wirken bei dem Projekt mit: Bertelsmann Stiftung, Bürger für Jugend und Ausbildung, Bürgerinformation Gesundheit und Selbsthilfekontaktstelle im Kreis Gütersloh, Ehrenamtsbüro der Stadt Gütersloh, Fa. Giese-PR, Fa. itao GmbH, gtogether – Unternehmen vor Ort e. V., Stadt Stiftung Gütersloh. Die Organisation der Veranstaltung, die Öffentlichkeitsarbeit inklusive Internetauftritt und viele andere Leistungen werden von Gütersloher Unternehmen pro bono erbracht.
Mehr als zwei Dutzend Unternehmen und Gemeinnützige haben sich bereits zur Veranstaltung im Frühjahr nächsten Jahres angemeldet. Weitere Informationen zum Ablauf der Veranstaltung, den vorbereitenden Workshops, Ansprechpartner und Kontaktdaten hält die Internetseite www.gute-geschaefte-gt.org bereit.
Pressekonferenz zum Projektstart am 12. Oktober 2009

Im Beisein der Schirmherrin Maria Unger, Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh, fand am 12. Oktober 2009 ein Pressegespräch statt, in dem vier der insgesamt dreizehn Projektmitglieder für Fragen rund um das Projekt "Gute Geschäfte Gütersloh" zur Verfügung standen. Maria Unger ist sich sicher: „Die Bürgergesellschaft der Zukunft braucht innovatives Denken und Handeln. Der Marktplatz „Gute Geschäfte” ist eine solche innovative Idee. Machen Sie mit. Wir profitieren alle davon: Organisationen, Unternehmen – wir alle in Gütersloh.“ Mit diesem Treffen fiel der Startschuss für die konkrete Projektvorbereitung. Mehr als ein Dutzend Unternehmen und Gemeinnützige haben bereits Interesse an einer Teilnahme bekundet.
Die Idee stammt aus den Niederlanden und wurde 2006 von der Bertelsmann-Stiftung erstmals nach Deutschland gebracht. Seit dem haben über 70 Marktplätze stattgefunden, auf denen mehr als 3.500 Vereinbarungen getroffen wurden. Daraus zwei Beispiele: Ein Unternehmen stellt einen Trainingsraum für das Rote Kreuz zur Verfügung und bekommt im Gegenzug kostenlose Erste-Hilfe-Lehrgänge für die Mitarbeiter. Oder: Ein Landschaftsarchitektur-Büro bereitet für einen Kindergarten eine „Bobby-Car-Bahn“ planerisch vor, dafür betreuen die Mitarbeiter des Kindergartens beim nächsten Betriebsausflug die Kinder der Unternehmensmitarbeiter.






